Michel Friedman zu Gast am Gymnasium Süderelbe
Ein Gespräch über Verantwortung, Mündigkeit, Demokratie und Streitkultur
Das Gymnasium Süderelbe durfte am Freitag, den 17.04.2026, einen besonderen Gast begrüßen: Michel Friedman. Zuerst gab es einen kurzen persönlichen Austausch im Büro des Schulleiters Herrn Fischer mit Herrn Friedman und allen am Gespräch beteiligten Personen, darunter unsere beiden Philosophielehrerinnen der Oberstufe, Frau Egeler und Frau Holz, und uns, Alen und Maks, als Schüler der S4. Gemeinsam ging es dann in die Lernwerkstatt, wo bereits der gesamte S2-Jahrgang sowie einige Schüler*innen aus der S4 gespannt auf das Gespräch warteten. Zu Beginn richtete Herr Fischer einige Worte an das Publikum und betonte dabei die Bedeutung freier, aber zugleich fundierter Meinungsäußerung.
Das anschließende Gespräch mit Michel Friedman war in drei Teile gegliedert. Zunächst übernahmen Frau Egeler und Frau Holz die Gesprächsführung. Sie fragten nach Verantwortung, nach den Gedanken der Aufklärung und nach der Rolle der Schule in unserer Gesellschaft. Besonders eindrücklich wurde es, als Friedmans eigene Lebensgeschichte zur Sprache kam. Als er von seiner Familie erzählte und davon berichtete, dass seine Großmutter und seine Eltern auf Schindlers Liste standen, war es im Raum für einen Moment sehr still; ein Moment, der vielen von uns sicher lange im Gedächtnis bleiben wird.
Im zweiten Teil des Gesprächs übernahmen wir, Alen und Maks, und stellten Fragen aus der Perspektive von Jugendlichen. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, welche Verantwortung junge Menschen heute übernehmen können und sollen. Friedman machte deutlich, dass er von Jugendlichen erwartet, sich politisch zu beteiligen und für ihre Rechte einzustehen. Auf unsere kritische Nachfrage, ob dieses Engagement überhaupt sinnvoll sei, wenn die Politik junge Stimmen am Ende doch oft ignoriere, antwortete er mit großer Klarheit: Er kämpfe seit Jahrzehnten gegen Rechtsextremismus und gegen die AfD. Obwohl diese Entwicklungen weiterhin voranschreiten, sei genau das für ihn kein Grund aufzugeben. Im Gegenteil: Widerstand müsse anspornen, nicht entmutigen.
Auch die Frage nach der Wehrpflicht wurde angesprochen. Friedman sprach sich dabei für ein Soziales Jahr aus und unterstrich, dass Verantwortung in einer Demokratie nicht nur ein theoretischer Begriff sei, sondern ganz praktisch gelebt werden müsse.
Im letzten Teil wurde die Diskussion für das Publikum geöffnet. Viele Schüler*innen aus der S2 und S4 nutzten die Gelegenheit, eigene Fragen zu stellen und sich aktiv in das Gespräch einzubringen. Dadurch entstand ein lebendiger Austausch, der zeigte, wie wichtig es ist, Fragen zu stellen, Positionen zu hinterfragen und miteinander im Gespräch zu bleiben.
Zum Abschluss wurde Michel Friedman mit großem Applaus verabschiedet.
Ein herzliches Dankeschön gilt den Philosophielehrerinnen Frau Egeler und Frau Holz für die Organisation dieses besonderen Ereignisses.
Alen Brkić und Maksymilian Baran
